Radiogottesdienst aus St. Ludger, Duisburg in WDR und NDR

10.08.2025: Die Kirche St. Ludger steht mitten in Duisburg, der Stadt mit dem größten Binnenhafen Europas, wo die Ruhr in den Rhein mündet. Die Stadt Duisburg ist auch bekannt wegen ihrer Schwerindustrie vor allem der Stahlproduktion, die auf eine lange Tradition zurückschaut. Aktuell soll die Produktion ja mit neuester Wasserstofftechnologie umweltfreundlich gestaltet werden, um Arbeitsplätze zu sichern und ein positives Signal für die Zukunft zu setzen. Duisburg wandelt sich, wie auch die anderen Städte des Ruhrgebietes und damit auch die Situation der Menschen, die hier leben. Das macht auch nicht vor den Kirchen halt: die nach neuen Formen und Konzepten der Seelsorge suchen. Hier in St. Ludger leitet inzwischen ein kleines Team die Kirchengemeinde ehrenamtlich und versucht Glaubensleben attraktiv zu gestalten durch ein Kirchenkaffee, besondere kirchenmusikalische Akzente sowie Gottesdienste.

Aus dem Gotteslob werden folgende Lieder gesungen: 481, 160, 172, 484, 197, 107, 435 und 478.

Hauptzelebrant/Prediger: Pfarrer Andreas Brocke

OrganistDominik Susteck

Kirchliche LeitungPater Dr. Philipp Reichling OPraem

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-gottesdienst/wdr5-gottesdienst-100.html

Messiaen und Bach in der Kölner Philharmonie

30.04.2025: 13 Jahre alt war Dominik Susteck, als er die Orgel für sich entdeckte. Zugleich war er völlig fasziniert von der Musik Olivier Messiaens, die sein Interesse für die zeitgenössische Musik weckte. Heute gilt Susteck als einer der international bedeutendsten Neue-Musik-Organisten. Trotzdem muss er immer zu seinen beiden musikalischen Ziehvätern Bach und eben Messiaen zurückkehren.

Vom großen Barockmeister Bach spielt Susteck auch die berühmte wie spektakuläre Toccata und Fuge in d-Moll. Vom Franzosen Messiaen hat er zwei Werke ausgewählt, die dieser Anfang der 1930er Jahre als Titularorganist an der Pariser Église de la Trinité komponiert hat. Es sind die sinfonisch angelegten Meditationen über die »Himmelfahrt« sowie »Apparition de l’église éternelle« als ekstatische Klangvision von der ewigen Kirche.

GENESIS in Duisburg

Genesis – Ansgar Eimann (Bariton) & Dominik Susteck (Orgel)

Genesis – Urgeschichte. In diesem Konzert singt der Bonner Bariton Ansgar Eimann den Text der Urgeschichte aus dem Buch Genesis. Von der Entstehung der Welt bis zum Turmbau zu Babel reicht der dramatisch vertonte Text. Dazwischen spielt Dominik Susteck einige Orgelimprovisationen als Kontrast zum solistischen Bariton. Die Entstehung der Welt aus der Genesis wird auch in der Osternacht als Lesung vorgetragen und bildet den Ankerpunkt zum Osterfest.

Symposium: Neue Musik im Raum der Kirche heute

14.-15.04.2025: Zum zweiten Mal trafen sich Kirchenmusiker:innen und Künstler:innen zu einem Austausch und gegenseitiger Inspiration über Musik und Kunst im Kirchenraum. In diesem Jahr lag ein größerer Fokus auf dem künstlerischen Erleben in Form von drei Konzerten, die über den ersten Tag verteilt waren. Eindrucksvoll zeigte sich die Bandbreite anspruchsvoller Kompositionen in unterschiedlichen Konstellationen: Von den intimen Stücken für Orgelportativ von Michael Schultheis über die Kombination von zwitschernder Live-Elektronik und Orgel von Tobias Hagedorn bis zu dem Stück Innen:Außen für Sopran und Orgel von Sarah Proske mit wirbelnden Clustern und innigen Momenten spannte sich bereits im ersten Konzert ein gewaltiger Bogen.

Annie Bloch und Emily Wittbrodt führten im zweiten Konzert dann ihr Mendelssohn-Project für Orgel und Cello auf. Präludium und Fuge in c-Moll von Mendelssohn dienten hier als Spielmaterial für eine ausufernde Klangbearbeitung. Eindrucksvoll war hier vor allem, wie sich die Musik von tonalen, geloopten Motiven Mendelssohns nahtlos immer weiter abstrahierte, atonaler und geräuschhafter wurde und dann wieder zurückfand. Eine mal tranceartige, mal beinahe extatische Erfahrung mit einer enormen klanglichen Bandbreite.

Im dritten Konzert schließlich wurde die Orgel verlassen und stattdessen Musik für Solo- bis Triobesetzungen mit Flöte, Violine und (Bass-)Klarinette präsentiert. Kompositionen von Scelsi, Sciarino, Lucier und Dominik Susteck füllten den Kirchenraum der Kapuzinerkirche mit flirrenden, klopfenden, huschenden und hauchenden Klängen – vieles in sehr leisen Klangbereichen, von der Akustik der Kirche dankbar getragen.

Insbesondere zeigten die aufgeführten Werke, welche Kraft, welche Sogwirkung und spirituelle Mystik eine zeitgenössische Musik in der Kirche entfalten kann, die sich nicht selbst als bloße Gebrauchsmusik versteht und sogar ohne jedes theologische „Programm“ auskommen kann. Eine pauschale Trennung in Kirchenmusik und Nicht-Kirchenmusik erschien angesichts der gespielten Stücke wie eine allzu kleinliche Betrachtungsweise und ungehörige Vereinnahmung von Musik als Kunstform.

Begleitet wurden die Konzerte von einer eindrucksvollen Skulptureninstallation („Dust“) des Künstlers Paul Pape. Zahlreiche großformative Tafeln mit abstrakten Reliefs waren auf mehreren drehbaren Stativen im Altarraum angebracht und wurden durch eine elektronische Steuerung während der Musikstücke bewegt, wodurch sich eine neue dramaturgische Ebene eröffnete.

Dazu gab es diesmal drei Vorträge: DKM Tobias Leschke berichtete aus seiner Dissertation über Jean Guillou. Er stellte Orgeln und Dispositionen vor und zeigte daran die Tendenz Guillous zur Auflösung des Werkprinzips, die er schon frühzeitig im 20. Jahrhundert wegweisend anstrebte bis hin zu seiner Vision einer achtmodularen Auditoriumsorgel auf Teneriffa, die dort seit 2005 realisiert ist.

Michael Schultheis präsentierte Inhalte und Ergebnisse der seit drei Jahren angebotenen Onlinefortbildung „Kirchliche Komposition“, bei der die Teilnehmenden im vergangenen Jahr Werke für Orgel und Klangobjekt geschrieben haben. Diese werden im Mai in Hagen aufgeführt. Die mitgebrachten Ausschnitte aus den Inhalten der Fortbildung zeigten facettenreiche Hilfestellungen und Möglichkeiten der systematischen Herangehensweise an den Kompositionsprozess. Im Blick stand dabei immer das Ziel, in überschaubarer Zeit die Teilnehmenden zu befähigen, eine originelle, an Klangmodellen des 20. und 21. Jahrhunderts orientierte Komposition zu projektieren und auszuführen.

Zuletzt berichtete Jörg Stephan Vogel ausführlich von den Arbeiten rund um die Einrichtung einer modernen Übe- und Unterrichtsorgel als „Klanglabor“ in der Essener Kirchenmusikschule (BKMS). Seine große Begeisterung im Gespräch vermittelte ein Gefühl für die motivierende Aufbruchsstimmung, in der sich die Studierenden austoben können. Die Orgel, im Kern eine kleine Schuke-Hausorgel, wurde um einige bauliche Besonderheiten ergänzt: eine Winddrossel, Register auf Tonkanzellenlade, regelbare Tremulanten und vor allem die Integration einer MIDI-Schnittstelle. Über diese kann z.B. auf einem Manual ein E-Piano-Sound über einen integrierten Roland-Synthesizer abgerufen werden. Die Orgel soll also neben klassischer Literatur explizit für Neue Musik und Geistliche Popularmusik aufgestellt sein. Immer wieder betonte Vogel im Vortrag die Selbstverständlichkeit, mit der Gegenwartsmusik Teil der Ausbildung sein müsse. Seine erfrischend undogmatische Art, alles ohne Berührungsängste zu ermöglichen und dennoch einen künstlerisch kritischen Blick zu behalten, könnte ein gelingender Weg in die Zukunft sein.

Abgeschlossen wurde das Symposium am zweiten Tag durch eine videochoreografierte Chorimprovisation mit den Teilnehmenden von Tobias Hagedorn.

Michael Schultheis

Konzert in Siegen – Orgel trifft auf Elektronik

Im Zusammenarbeit mit dem Studio für Neue Musik an der Universität Siegen geben Dominik Susteck (Orgel) und Tobias Hagedorn (Elektronik) am 19.1.2025 ein Konzert für Orgel und Elektronik in St. Joseph.

Die Kombination von Orgel und Elektronik eröffnet ein faszinierendes Klanguniversum, in dem traditionelle Klänge mit modernen Technologien verschmelzen. Tobias Hagedorn (Frankfurt) und Dominik Susteck (Bochum), erkunden in ihren Projekten die Schnittstelle zwischen Traditionen und experimenteller Klangkunst. Dabei nutzen sie das Spektrum der Möglichkeiten von Orgelklängen und elektronischer Synthese, um neue Klangräume zu schaffen. Die Orgel, als eines der ältesten Instrumente der westlichen Musiktradition, trifft auf die unbegrenzten Möglichkeiten der elektronischen Klangbearbeitung. Hagedorn und Susteck widmen sich dieser Symbiose, indem sie nicht bestehendes Repertoire erweitern, sondern neue Werke schaffen. Ihre Arbeit stellt Fragen nach der Rolle der Orgel in einer zunehmend digitalisierten Welt und zeigt gleichzeitig Wege auf, wie dieses traditionsreiche Instrument in zeitgenössischen Kontexten neu interpretiert werden kann.

Tobias Hagedorn bringt eine starke Affinität zu Klangexperimenten mit und erforscht elektronische Texturen mit synthetischen Klängen, die die Klangfarben der Orgel ergänzen und erweitern. Dominik Susteck, bekannt für seine innovativen Projekte und Improvisationen, integriert diese Klangwelten in einen künstlerischen Dialog, der sowohl den sakralen Ursprung der Orgel als auch ihre Fähigkeit zur klanglichen Transformation enthält. Die beiden Musiker laden dazu ein, den Klangraum Orgel in einer neuen Dimension zu erleben.

blau: elektronische Musik auf WDR 3

Am 4. Advent, 22.12.2024 um 23 Uhr werden in WDR 3 fünf Auftragskompositionen des Erzbistums Paderborn ausgestrahlt. In der Sendung „Studio Neue Musik“ sprechen Patrick Hahn und Dominik Susteck über die neuen Stücke.

Das Erzbistum Paderborn vergab für besondere Räume Kompositionsaufträge für elektronische Musik. Die Uraufführung erfolgte bereits am Samstag, dem 02.09.2023 in drei Paderborner Innenstadtkirchen, der Marktkirche, der Kapuzinerkirche und der Bartholomäuskapelle.

In der WDR 3 Sendung „Studio Neue Musik“ am 22. Dezember 2024 um 23 Uhr unter dem Titel Sakrale Andersräume ganz anders erklingen Werke von Florian Zwissler, Matthias Krüger, Florian Hartlieb, Oxana Omeltchuk und Christina Kubisch. Es moderiert Patrick Hahn, Studiogast ist Dominik Susteck. Die Sendung ist 12 Monate in der WDR-Mediathek abrufbar.

Alle Auftragswerke sind auf der CD „blau“ erschienen. Diese kann hier  bestellt werden.

Die Sendung auf WDR 3 lässt sich hier  hören.

CD „Morgenlicht“ jetzt auf YouTube

Moderne Orgelmusik im Advent: Hören Sie hier die Improvisation „Morgenlicht“ von Dominik Susteck. Oktober 2023: Der erste Tag in Israel, die erste Nacht in Nazareth, mitten im Schlaf, vor der Dämmerung – ein Ruf in der Dunkelheit, intensiv, laut, hoch, oszillierend, durchdringend, unerwartet, unverständlich, fremd, faszinierend. Ein Muezzin ruft, der Ruf ertönt in der Stadt noch vor dem Sonnenaufgang. 07.10.23, keine Stunde später: Detonationen, Abschussgirlanden, Fluglärm, Schüsse und Sirenenalarm. Irgendwann danach der erste Anblick auf Jerusalem, surreal in diesem Realismus aus Traum und Wirklichkeit, wenige Stunden nach der Apparition von Licht, Wärme, purer Schönheit und Erhabenheit ist die Welt verändert. Erschüttert von Terror, Hass, Mord und Progrom. Einige Tage später finden die Aufnahmen mit Improvisationen von Dominik Susteck an der Goll-Orgel in der Liebfrauenkirche in Hamm statt. Die jeweiligen Aufnahmen sind aus dem Moment, ohne Schnitte improvisiert – auch die Glocke darf mit ihrem Stundenschlag hinein klingen und selbst ein Vogel steuert seine Gesänge bei (commemoration à Messiaen…) Die Musik Dominik Sustecks, aus dem Augenblick heraus mit sicherlich ganz anderen Assoziationen, Impressionen und Intentionen als den eigenen, hier dargestellten gespielt, sich dem Moment und dem Klang ergebend, mit dem Kairos des Augenblicks und dem Gestalten einer Idee in Verbindung mit der musikalischen Linie, mit der Phrase, dem Spannungsbogen, der musikalischen Inspiration und dem freien Ausdruck der eigenen musikalischen Sprache in idealer Weise verbunden, sie gibt einen Eindruck, wie Musik dieser Zeit idealtypisch sein kann, wie sie originär ist und verstanden werden kann. Freie, strömende Linien, dichte harmonische Strukturen, Klänge, Farben, Flächen, Dialoge, insistierende Rhythmen, fragile Tongebilde, Steigerungen, Klangaskese, Stille – alles das findet statt, atmet, spricht in einer eigenen, immanenten und stimmigen klanglichen Ausprägung. Das wird nicht zuletzt deutlich im Spannungsfeld des Zusammentreffens der tonalen Gebundenheit eines cantus-firmus und des Personalstils Sustecks, der sich deutlich von konventionellen Improvisationsmustern unterscheidet und das profunde Profil des avantgardistischen Komponisten deutlich werden lässt.

Johannes Krutmann

3 Improvisationen an 4 Orgeln im Orgelpark Amsterdam

07.06.20243 Improvisationen an 4 Orgeln im Orgelpark Amsterdam
00:00 Improvisation I: Verschueren-Orgel (französisch-symphonisch) von 2009
05:53 Improvisation II: (Molzer) von 1925
11:23 Improvisation III: Sauer-Orgel von 1922 und Utopa Barockorgel von 2018 vom Sinua-Spieltisch
Symposiumskonzert Franz Danksagmüller and friends am 07.06.24; mit Sarah Proske, Anne Michael, Franz Danksagmüller, Maximilian Schnaus, Dank an Hans Fidom.